"Wie findet Ihr Eure Lehrer?"
WAZ-Artikel vom 06.02.2009, verfasst von WAZ-Redakteurin Maria Lüning
"Wie findet Ihr Eure Lehrer?" Nein, das ist keine Frage in spickmich.de, sondern die ernst gemeinte Nachfrage in einem Fragebogen, den alle Schüler der Elsa-Brändström-Hauptschule ausgefüllt haben. Dieser Fragebogen ist Grundlage für ein ungewöhnliches Projekt, mit dem die Hauptschule den fairen Umgang aller in der Schule verbessern will. Das schließt den Hausmeister, die Sekretärin und die Raumpflegerinnen mit ein. "Schule atmosfairisch" heißt das Konzept, das im Rahmen der Gesundheitsförderung und Prävention von den MW_Malteserwerken GmbH durchgeführt wird. Die Elsa-Brändström-Schule ist eine der wenigen in NRW, die für die Maßnahme ausgewählt wurde.
Dabei wird es nicht nur um das Verhältnis der 16 Lehrer zu den 189 Schülern und umgekehrt gehen, sondern auch um das Verhalten der Mitschüler untereinander, um die Einhaltung von Regeln in der Schule und darum, wie jeder Schüler sich selbst sieht und wie er oder sie sich in der Schule fühlt. Gefragt wird in dem Fragebogen nämlich auch, ob ein Schüler sich einsam fühlt, ob er gern in die Schule geht und wie seine Leistungen im letzten Zeugnis waren.
Nach der Auswertung des Fragebogens, der anonym und mit zuvor eingeholter Einverständnis der Eltern ausgefüllt wurde, beginnt ein 18 Monate langes Training für alle, in dem die bestehenden positiven Aspekte des Schullebens integriert werden.
Warum das alles gemacht wird? Weil sich ein gutes Betriebsklima positiv auf das Leistungsverhalten auswirkt. Das gilt nämlich nicht nur für Unternehmen, das spielt auch in Schulen eine große Rolle. Pädagogisch korrekt wird das so beschrieben: Entscheidend für den Lernerfolg ist neben der Wissensvermittlung vor allen Dingen ein positives Lernklima, eine Atmosphäre, in der es möglich ist, frei von Störungen und Bedrängnis zu lernen.
Mit der Atmosphäre scheint es an der Elsa-Brändström-Schule gar nicht schlecht bestellt zu sein - das zumindest deutet sich in ersten Hinweisen nach der Auswertung der Fragebögen an. Die Lehrer kommen da ganz gut weg - was Schulleiter Rolf Kleine-Nieße natürlich gefällt und in seiner bisher gelebten pädagogischen Auffassung bestätigt: "Klare Regeln, klare Konsequenzen sorgen für einen respektvollen Umgang miteinander." Wenn's dann noch besser wird an der Schule in Gladbeck-Ost, die seit diesem Schuljahr als Ganztagsbetrieb läuft, umso besser für die Schüler.
Die können's brauchen fürs Leben.

