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Der Prototyp eines Lehrers

Schulleiter Rolf Kleine-Nieße geht in Pension

Der „Prototyp“ eines Lehrers

Gladbeck, 29.01.2010, Katrin Walger-Stolle, WAZ

 

Gladbeck Exakt zweiundvierzig-einhalb Jahre im Schuldienst liegen hinter Rolf Kleine-Nieße. Freitag sagte der Rektor der Elsa-Brändström-Schule am Krusenkamp ade.

Draußen rieselt Schneeregen auf die Autos, die ausnahmsweise mal auf dem Schulhof parken dürfen. In der Turnhalle sind Stuhlreihen aufgestellt, Blümchengestecke hübschen die Halle auf und einige ältere Schüler bieten den Gästen Sekt und O-Saft an. An Rolf Kleine-Nießes letztem Tag im Dienst wird die Turnhalle zum Festsaal. Wo auch sonst als an seiner langjährigen Wirkungsstätte hätte die Verabschiedung stattfinden sollen, schließlich, das betonten gleich mehrere Redner, ist die Elsa-Brändström-Schule „seine“ Schule. „Stimmt, ohne ihn kann man sich das Ganze hier gar nicht richtig vorstellen“, flüstert eine Schülerin in der letzten Sitzreihe ihrer Nachbarin zu.

Und auch Rolf Kleine-Nieße ist sichtlich gerührt. „Ich geh’“, sagt er kurz vor Beginn der Feier, „mit sehr gemischten Gefühlen.“ Und leicht machten ihm Lehrer-Kollegium und Schüler den Abschied auch nicht gerade. Mit Tänzen, Liedern, Sketchen und einer Fotoshow, die die ganze Bandbreite des Schullebens an der Brändström-Schule widerspiegelte verabschiedete sich die Schul-Familie von Rolf Kleine-Nieße. Zwei Stunden lang feierten sie den langjährigen Schulleiter.

Den Prototyp, wie Bürgermeister Ulrich Roland in seiner Ansprache betonte, des „strengen, aber auch gerechten Vorgesetzten und Lehrers“. Souverän, ehrlich, gradlinig und verlässlich - so beschreibt der Bürgermeister Rolf Kleine-Nieße, der ihn auch politisch lange Jahre begleitet hat, als „die Lehrerstimme im Stadtparlament“ nämlich.

Eine Stimme, die sich allein durch ihre Kraft schon immer gut Gehör zu verschaffen wusste. Für den Bürgermeister ist Rolf Kleine-Nieße aber auch der „gebürtige Oberfranke, der zum überzeugten Gladbecker wurde“. Der Mitbegründer der Städtepartnerschaft mit Enfield und „Europäer aus vollem Herzen“.

Und wie brachte es die Schülersprecherin der Brändström-Schule so schön auf den Punkt? „Sie waren“, betonte sie, „immer für uns da.“ Selbst bei Konflikten zwischen Schülern und Lehrern habe sich der Rektor immer offen erst beide Seiten angehört, „niemals sofort Partei ergriffen“.

Nun jedoch, das gab dem scheidenden Rektor Schulrätin Kramer mit auf den zukünftigen Weg, könne er sich in aller Ruhe zurücklehnen und alles aus sicherer Entfernung betrachten. Kramer gab aber auch zu: „Mit Ihnen geht ein Teil der Geschichte dieser Schule.“

Das Zurücklehnen, das ist wohl nicht so ganz die Sache von Rolf Kleine-Nieße. Vieles, bekannte er, habe er sich für den Ruhestand vorgenommen. Vom intensiven Lesen über die Ahnenforschung bis hin zu ausgiebigen Reisen durch England. Doch der Abschied, er fällt wohl dennoch nicht leicht. „Ich weiß, ich gehe mitten in einem Umbruch und es gibt noch viel Arbeit.“, betonte Kleine-Nieße mit Blick auf die schwierige Situation der Hauptschulen. Er sei aber auch fest überzeugt davon, dass das Kollegium dieser Aufgabe bestens gewachsen ist.

 

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